Leistung
Einordnung
Kinder brauchen wenige eigene Verträge — über die Haftpflicht und die Krankenversicherung der Eltern sind sie in aller Regel mitversichert. Zwei Themen lassen sich dagegen nur im Kindesalter zu guten Bedingungen regeln, und beide werden mit jedem Jahr teurer oder schwieriger: der Vermögensaufbau und die Absicherung der späteren Arbeitskraft.
Vermögensaufbau: Zeit ist der stärkste Hebel, den es beim Vermögensaufbau gibt, und sie ist bei einem Kind im Überfluss vorhanden. Wer früh anfängt, braucht kleine Beträge; wer spät anfängt, braucht große — und kommt trotzdem nicht auf dasselbe Ergebnis.
Arbeitskraft: Die Absicherung der Arbeitskraft richtet sich nach Alter, Gesundheitszustand und später nach dem ausgeübten Beruf. Alle drei Faktoren sprechen für einen frühen Abschluss: Ein gesundes Kind bekommt Konditionen, die einem Erwachsenen mit Vorgeschichte oder in einem körperlichen Beruf so nicht mehr angeboten werden.
Was wir nicht empfehlen: Sparverträge mit hohen Abschlusskosten, Ausbildungsversicherungen mit festem Auszahlungszeitpunkt und Policen, deren Hauptargument ein Werbegeschenk ist. Wir sagen dir auch, wenn für dein Kind schlicht nichts nötig ist.
Die folgenden Abschnitte gehen auf die beiden Themen im Einzelnen ein und ordnen ein, was im Kindesalter wirklich einen Unterschied macht.
Früher Vermögensaufbau: Ein Beispiel macht den Zeithebel greifbar. Werden ab der Geburt 50 € im Monat angelegt, sind bis zum 18. Geburtstag 10.800 € eingezahlt. Bei einer angenommenen Rendite von 6 % im Jahr stehen dann rund 19.000 € zur Verfügung. Bleibt dieses Geld anschließend unangetastet liegen und wird bis zum 67. Lebensjahr weiter zu 6 % verzinst, werden daraus rund 337.000 € — ohne dass nach dem 18. Geburtstag noch ein Euro eingezahlt wird. Bei vorsichtigeren 5 % sind es rund 191.000 €. Zum Vergleich: Wer erst mit 30 beginnt und bis 67 durchgehend 50 € im Monat einzahlt, kommt bei 6 % auf rund 82.000 € — bei mehr als der doppelten Einzahlungssumme. Das sind Modellrechnungen ohne Kosten, Steuern und Inflation; sie zeigen die Größenordnung des Zeithebels.
Welcher Weg dafür passt: Für langfristigen Vermögensaufbau kommen vor allem ein Depot auf den Namen des Kindes und eine fondsgebundene Versicherungslösung in Frage. Beide haben ihre Berechtigung, und die Entscheidung hängt an Details: Wem soll das Geld mit 18 gehören? Soll es verfügbar sein oder gebunden bleiben? Wie wirkt das Vermögen auf BAföG und auf die Familienversicherung? Wir rechnen beide Wege durch und zeigen dir die Kosten, nicht nur die Renditeversprechen.
Absicherung der Arbeitskraft: Kinder haben gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, weil sie noch keine Beiträge gezahlt haben. Die gesetzliche Pflegeversicherung unterstützt zwar finanziell, wenn ein Kind pflegebedürftig wird — sie deckt aber nur den Pflegeaufwand und ersetzt kein künftiges Erwerbseinkommen. Verliert ein Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft seine Leistungsfähigkeit, trägt die Familie diesen Teil allein.
Berufsunfähigkeitsversicherung ab dem Schulalter: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei vielen Anbietern ab etwa zehn Jahren abschließbar. Der Vorteil liegt im Beitrag und in der Gesundheitsprüfung: Je jünger und gesünder die versicherte Person, desto günstiger der Tarif — und der niedrige Beitrag bleibt über die gesamte Laufzeit erhalten. Entscheidend ist die Frage, ob der Vertrag später ohne erneute Gesundheitsprüfung an Ausbildung, Studium und Beruf angepasst werden kann. Genau das steht im Kleingedruckten, und genau darauf schauen wir.
Worauf es in den Bedingungen ankommt: Der Leistungsauslöser muss zur Lebensphase passen: Schüler, Auszubildende und Studenten haben formal noch keinen Beruf, weshalb manche Tarife hier Lücken lassen. Wichtig sind außerdem eine verbindliche Nachversicherungsgarantie, eine Dynamik gegen die Geldentwertung und die Frage, ob der Anbieter die spätere Umwandlung einschränkt, wenn das Kind zwischenzeitlich länger krankgeschrieben war. Solche Klauseln kosten keinen Beitrag, entscheiden im Ernstfall aber über die Leistung.
Bevor etwas beantragt wird: Gesundheitsfragen werden auch bei Kindern gestellt und müssen vollständig beantwortet werden. Eine Ablehnung wird im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer gespeichert und erschwert jeden späteren Antrag. Wir fragen deshalb grundsätzlich zuerst anonym an.
Dafür spricht
Das sollte dir klar sein
Für Kinder lohnen sich wenige, dafür gut gewählte Entscheidungen. Die Absicherung der Arbeitskraft hat dabei Vorrang vor dem Vermögensaufbau. Der Grund ist die Reihenfolge, nach der wir generell vorgehen: Erst kommt, was die Existenz sichert, danach alles Weitere. Ein Vermögen, das aufgebaut wird, während die Arbeitskraft ungesichert ist, wird im Ernstfall genau dafür aufgebraucht.
Hinzu kommt, dass die Absicherung die engere Tür ist: Sie hängt am Gesundheitszustand, und der lässt sich nicht planen. Welche Form passt und ab wann, hängt vom Alter des Kindes und von eurem Budget ab. Entscheidend sind die Bedingungen für die spätere Anpassung, nicht der heutige Beitrag.
Der Vermögensaufbau folgt direkt danach — und zwar früh, weil hier jedes Jahr zählt. Auf die Kosten des gewählten Weges kommt es dabei mehr an als auf die beworbene Rendite.
Beides lässt sich nicht nachholen. Ein Gesundheitszustand, der sich verschlechtert, und Jahre, die verstrichen sind, lassen sich mit keinem Beitrag zurückkaufen. Deshalb schauen wir uns das gemeinsam an, solange beide Türen offen stehen.
So läuft es ab — von der ersten Nachricht bis zur langfristigen Zusammenarbeit.
Unverbindlich. Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen.