dandanfinance · doppelt so viel Durchblick

Leistung

Absicherung für Selbst­ständige und Unternehmer

Einordnung

Wichtigkeit8
Schwierigkeit7
Zeitaufwand7
Kosten6
Wichtigkeit
Wie dringend das Thema für die meisten ist.
Schwierigkeit
Wie schwer es ohne Hilfe zu durchschauen ist.
Zeitaufwand
Wie viel Zeit es dich kostet, bis es steht.
Kosten
Was dich das Thema selbst typischerweise kostet — nicht unsere Beratung, die ist kostenfrei.

Alles Wichtige auf einen Blick

Wer selbstständig ist, trägt Risiken, die in keine private Police passen — und verliert zugleich Schutzmechanismen, die Angestellte automatisch haben. Es gibt keine Lohnfortzahlung, keinen Arbeitgeberanteil und für viele auch keine gesetzliche Rentenversicherung. Was fehlt, muss selbst organisiert werden.

Altersvorsorge: Eine allgemeine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige gibt es bisher nicht. Das klingt nach Freiheit und ist in der Praxis vor allem ein Risiko: Wer nichts tut, hat im Alter nichts. Gleichzeitig stehen Selbstständigen Fördermöglichkeiten offen, die Angestellte in dieser Höhe nicht haben.

Arbeitskraft: Fällt die Arbeitskraft aus, fällt bei den meisten Selbstständigen sofort der gesamte Umsatz aus — und die Fixkosten laufen weiter. Neben der klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung kommen hier Lösungen in Frage, die es im Privatbereich selten gibt.

Betrieb: Haftung, Betriebsunterbrechung, Sachwerte und Forderungsausfall sind keine privaten Themen. Welche davon für dich zählen, hängt an Branche, Rechtsform und Größe — eine Standardlösung gibt es häufig nicht.

Mitarbeiter: Betriebliche Altersvorsorge und betriebliche Krankenversicherung sind für Arbeitgeber heute weniger eine Pflichtübung als ein Argument im Wettbewerb um Personal. Beides lässt sich steuerlich sinnvoll gestalten.

Umfassende Informationen

Die folgenden Abschnitte gehen die Bereiche in der Reihenfolge durch, in der sie sich in der Praxis stellen: zuerst die Frage, ob überhaupt Versicherungspflicht besteht, dann die Altersvorsorge ohne Arbeitgeberanteil, anschließend die Absicherung der eigenen Arbeitskraft und der von Schlüsselpersonen. Parallel kümmern wir uns auch darum, was den Betrieb selbst betrifft — Haftung, Sachwerte und die Leistungen für Mitarbeiter.

Rentenversicherungspflicht prüfen: Der erste Schritt ist die Frage, ob überhaupt Versicherungspflicht besteht. Nach § 2 SGB VI sind bestimmte Gruppen pflichtversichert, darunter viele Handwerker, Lehrende und Erziehende, Pflegepersonen und Hebammen. Künstler und Publizisten werden über die Künstlersozialkasse geführt, die den Arbeitgeberanteil ersetzt. Auch wer dauerhaft nur für einen Auftraggeber arbeitet, kann pflichtversichert sein — hier droht zusätzlich das Thema Scheinselbstständigkeit. Wer pflichtversichert ist, muss sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit melden. Verbindlich klärt das die Deutsche Rentenversicherung; wir sagen dir, ob du hinschauen musst.

Altersvorsorge für Selbstständige: Ohne Arbeitgeberanteil verschiebt sich die Rechnung. Die Basis- oder Rürup-Rente ist steuerlich am stärksten gefördert und bei hohem Einkommen entsprechend wirksam — sie ist dafür unflexibel: Das Guthaben ist nicht entnehmbar und wird ausschließlich als lebenslange Rente ausgezahlt. Die private Rentenversicherung und der Vermögensaufbau am Kapitalmarkt sind flexibler, aber in der Ansparphase nicht gefördert. Ab 2027 steht erstmals auch Selbstständigen das geförderte Altersvorsorgeprodukt offen, der Nachfolger der Riester-Rente. Welche Mischung passt, hängt an Einkommenshöhe, Schwankungsbreite und daran, wie viel Verfügbarkeit du brauchst.

Schwankende Einnahmen einplanen: Selbstständige Einkommen schwanken, Beiträge nicht. Verträge, die Zuzahlungen, Beitragspausen und Entnahmen erlauben, sind hier mehr wert als ein halbes Prozent Rendite. Das gilt besonders in den ersten Jahren nach der Gründung.

Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit: Die Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt auch für Selbstständige der Kern der Arbeitskraftabsicherung. Zwei Punkte sind hier anders als bei Angestellten: Erstens gibt es keine Lohnfortzahlung, weshalb die Zeit bis zum Leistungsbeginn über ein Krankentagegeld oder eine Arbeitsunfähigkeitsklausel überbrückt werden muss. Zweitens prüfen Versicherer bei Selbstständigen zusätzlich die Umorganisation des Betriebs — ob sich die Tätigkeit also so umbauen lässt, dass sie weiter ausgeübt werden kann. Wie eng diese Prüfung ausfällt, steht in den Bedingungen und unterscheidet gute von schlechten Tarifen deutlich.

Schwere-Krankheiten-Schutzbrief (Dread Disease): Diese Police zahlt eine einmalige Summe bei der Diagnose einer im Vertrag gelisteten schweren Erkrankung — etwa Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall — unabhängig davon, ob weitergearbeitet werden kann. Für Selbstständige ist das interessant, weil das Geld frei verwendbar ist: für eine Vertretung, für den Umbau des Betriebs oder schlicht, um ein Jahr ohne Druck zu überstehen. Sie ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern ergänzt sie — und ist eine Option, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung wegen Vorerkrankungen nicht zu bekommen ist.

Absicherung von Schlüsselpersonen (Key Person): In kleinen Unternehmen hängt der Umsatz oft an ein oder zwei Personen. Fällt eine davon aus, bricht nicht nur deren Leistung weg, sondern häufig auch die Kundenbeziehung. Eine Schlüsselpersonenabsicherung federt genau das ab — als Risikolebensversicherung, als Schwere-Krankheiten-Schutzbrief oder als Kombination. Wichtig ist die Gestaltung: Wer ist Versicherungsnehmer, wer Begünstigter, und sind die Beiträge Betriebsausgaben? Bei Gesellschaftern wird die betriebliche Veranlassung von der Finanzverwaltung kritisch gesehen. Das gehört vor Abschluss mit dem Steuerberater abgestimmt.

Betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeiter: Beschäftigte haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, und der Arbeitgeber muss sich an der Ersparnis bei den Sozialabgaben beteiligen. Richtig aufgesetzt ist die betriebliche Altersvorsorge aber mehr als eine Pflicht: Sie kostet den Betrieb vergleichsweise wenig und wirkt bei Mitarbeitern spürbar. Entscheidend sind der gewählte Durchführungsweg, die Kostenstruktur des Vertrags und eine saubere Dokumentation der Zusage — an schlecht gemachten Zusagen hängen Haftungsrisiken für den Arbeitgeber.

Betriebliche Krankenversicherung: Die betriebliche Krankenversicherung ist das Instrument, das im Wettbewerb um Personal am unmittelbarsten wirkt, weil Mitarbeiter die Leistung sofort nutzen können — Zahnersatz, Sehhilfen, Vorsorge, Chefarzt. Zahlt der Arbeitgeber die Beiträge als Versicherungsnehmer, gelten sie als Sachbezug und bleiben innerhalb der monatlichen Sachbezugsfreigrenze steuer- und sozialabgabenfrei. Die Freigrenze ist dabei eine Grenze und kein Freibetrag: Ein Euro darüber macht den gesamten Betrag steuerpflichtig. Weil hier auch andere Sachbezüge wie Gutscheine mitzählen, gehört das vorher durchgerechnet.

Haftung und Sachwerte im Betrieb: Die Betriebs- und Berufshaftpflicht ist für die allermeisten Selbstständigen der wichtigste betriebliche Vertrag — sie schützt vor Ansprüchen Dritter, und für einige Berufe ist sie Pflicht. Dazu kommen je nach Tätigkeit die Inhaltsversicherung für Einrichtung und Warenbestand, die Betriebsunterbrechungsversicherung für laufende Kosten bei Stillstand, eine Elektronik- oder Maschinenversicherung sowie die Vermögensschadenhaftpflicht für beratende Berufe. Welche davon nötig sind, ergibt sich aus der Tätigkeit.

Weitere Themen, die regelmäßig unterschätzt werden: Eine Cyberversicherung ist relevant, sobald Kundendaten verarbeitet werden. Eine Rechtsschutzversicherung für Gewerbetreibende deckt Streitigkeiten mit Kunden, Lieferanten und Behörden ab. Die Unternehmervollmacht sorgt dafür, dass der Betrieb handlungsfähig bleibt, wenn du es vorübergehend nicht bist — ohne sie darf im Zweifel niemand Verträge unterschreiben oder auf Geschäftskonten zugreifen. Und bei Personengesellschaften und GmbHs gehört geklärt, was im Todesfall eines Gesellschafters passiert.

Vor- und Nachteile

Dafür spricht

Das sollte dir klar sein

Handlungsempfehlung

Wir empfehlen, in dieser Reihenfolge vorzugehen. Zuerst die Pflichtfrage klären: Besteht Rentenversicherungspflicht, und ist eine Scheinselbstständigkeit ein Thema? Das ist keine Interpretationsfrage, sondern kann teuer nachgefordert werden.

Danach die Existenz sichern: Betriebs- oder Berufshaftpflicht, dann die Arbeitskraft — Berufsunfähigkeitsversicherung mit sauberer Umorganisationsklausel, ergänzt um die Überbrückung der ersten Monate. Erst danach kommen Sachwerte, Betriebsunterbrechung und die Themen rund um Mitarbeiter.

Die Altersvorsorge läuft parallel und nicht erst, wenn Luft ist — gerade weil kein Arbeitgeber mitzahlt. In schwankenden Jahren ist Flexibilität dabei wichtiger als die letzte Nachkommastelle bei der Rendite.

Privates und Betriebliches gehören zusammen betrachtet, weil sich beides gegenseitig beeinflusst: Was der Betrieb trägt, muss privat nicht abgesichert werden — und umgekehrt. Wo es steuerlich wird, binden wir deinen Steuerberater ein; Steuerberatung leisten wir nicht.

Zurück zur Übersicht

Lass uns reden

So läuft es ab — von der ersten Nachricht bis zur langfristigen Zusammenarbeit.

  1. Du füllst das Kontaktformular ausEin paar Angaben, damit wir wissen, worum es geht. Dauert zwei Minuten.
  2. Wir melden uns telefonisch bei dirKurz und unverbindlich. Wir klären, ob und wobei wir dir helfen können.
  3. Wir vereinbaren einen kostenlosen Online-TerminZu einer Zeit, die dir passt. Ohne Anfahrt, ohne Verpflichtung.
  4. Wir gehen individuell auf dich einWir schauen uns dein Anliegen im Detail an und kümmern uns darum. Danach bekommst du eine schriftliche Zusammenfassung.
  5. Wir bleiben dein AnsprechpartnerUns geht es um eine langfristige Zusammenarbeit — auch bei Fragen, im Leistungs- und im Schadensfall.
Kostenloses Erstgespräch anfragen

Unverbindlich. Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen.